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Das Erdbeben 2013 an der Ostküste Wie recherchieren JournalistenAmerikas ist ein ausdrucksstarker Beweis dafür, dass unsere Kommunikation mittlerweile mit maximaler Beschleunigung stattfindet. So konnten New Yorker mit einem Twitter-Account bereits 30 Sekunden bevor die Erde bebte von einem nahenden Erdbeben auf Twitter lesen. Dass sich Informationen mittlerweile mit solch enormer Geschwindigkeit um den Globus verbreiten, stellt besonders hohe Anforderungen an professionelle Vermittler von Informationen: Journalisten. Doch wie kämpfen sie in Zeiten von Non-Stop-Kommunikation und ständiger Erreichbarkeit um die aktuellste Nachricht?

72 Stunden Videomaterial landen pro Minute auf YouTube, die Presseagentur Agence France-Presse (AFP) übermittelt mehrere Nachrichten-Updates pro Minute und auf Google finden sich über 276 Millionen Einträge zum Schlagwort „Nachrichten aktuell“. Eine immense Herausforderung für Journalisten bei diesen Datenmengen den Überblick zu behalten und unabhängig von Zeit und Ort das wirklich Wichtige schnellstmöglich herauszufiltern. Denn der Konkurrenzdruck um aktuelle Nachrichten ist enorm: Wer zu spät dran ist verliert Klicks, Leser und am Ende seine Daseinsberechtigung. 

Journalisten machen mobil

Eine entscheidende Rolle um beim Rennen um die aktuellste Nachricht die Nase vorn zu haben spielen mobile Endgeräte. Die dpa-Tochter „news aktuell“ hat daher rund 2.200 Journalisten zu ihrem Recherche-Verhalten auf mobilen Endgeräten befragt – mit eindeutigem Ergebnis: Fast jeder zweite Journalist nutzt Tablet oder Smartphone täglich zu Recherche-Zwecken. Dabei ist die meistgenutzte Informationsquelle unterwegs eine Suchmaschine wie Google oder Yahoo. Auf Platz zwei findet sich die klassische E-Mail, dicht gefolgt vom hauseigenen Informationsarchiv. Beachtlich: Die noch bis vor wenigen Jahren kaum relevanten sozialen Netzwerke sind mittlerweile bei fast einem Drittel der Journalisten für Recherchezwecke von Bedeutung. Ein Ergebnis das mit Blick auf das New Yorker Erdbeben jedoch kaum verwundern dürfte.

Insgesamt konnte die Umfrage von „news aktuell“ herausstellen, dass der gestiegene Informationsdruck Journalisten im Allgemeinen weiter dazu anhält, in immer kürzerer Zeit Informationen zu sichten und zu verarbeiten.

Erhöhte Anforderungen auch an die PR

Die immer kürzeren Intervalle, in denen Journalisten Informationen bewerten und verarbeiten müssen, stellt auch an die PR erhöhte Anforderungen. Presse- und Informationsmaterial muss mehr denn je übersichtlich und klar strukturiert sein, um im Informationsdschungel von Pressevertretern wahrgenommen zu werden. Des Weiteren genießen medienübergreifende Inhalte wie Bild- und Videomaterial laut der „news aktuell“ Umfrage einen immer höheren Stellenwert bei Journalisten und sollten somit fester Bestandteil des Pressematerials werden.

Doch auch der Trend zu mehr Recherche „on the go“ von Journalisten via Smartphone oder Tablet stellt neue Anforderungen. Eine gut funktionierende mobile Version der Unternehmenswebsite empfiehlt sich angesichts eines mit 73,3 % immer noch bedeutenden Platz vier der meistgenutzten Recherche-Quellen. Ebenso ist das Versenden von mobil abrufbaren Anhängen sowie einer Suchmaschinenoptimierung, die ein hohes Ranking bei der Verwendung eindeutiger Keywords garantiert von Wichtigkeit.

Insgesamt müssen sich sowohl Journalisten als auch PR-Experten an die veränderten Rahmenbedingungen im Kommunikationsmarkt anpassen. Die extreme Beschleunigung, die dieser in den vergangenen Jahren erfahren hat, macht einen noch professionelleren Umgang mit Informationen und vor allem ihre zielgenaue Vermittlung auf Seiten der PR zur Grundvoraussetzung. Nichtssagenden und überladenen Pressetexten per Massenmail ist der Weg in den Papierkorb sicher. Wer es aber schafft, kurz und prägnant seine Nachricht zu vermitteln, wird der Geschwindigkeit nicht nur trotzen, sondern sie auch nutzen können – egal ob Journalist oder PR-Experte.

Bild von „Recherche 2014“

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