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In der Liga beginnt die finale Phase, in der sich Meisterschaft, Abstieg und Europapokalplatzierungen entscheiden. Abseits vom Rasen entscheidet sich momentan die virtuelle Zukunft der Vereine.
Am 30. März endete die Wartefrist zur Umstellung auf die neue Timeline. Ein Grund für uns, uns die Facebookseiten der Vereine anzuschauen und zu prüfen, wer den Umstieg reibungslos geschafft hat, wer die Chancen und Möglichkeiten der neuen Timeline bereits ausgiebig nutzt und wer hinterherhinkt.

Allgemeines

Von den 18 Vereinen der ersten Bundesliga hatten bereits elf Vereine vor Ablauf der Frist auf die neue Timeline umgestellt. Dabei war kein Zusammenhang zum aktuellen Tabellenplatz feststellbar. Sowohl Vereine aus dem oberen Tabellenbereich wie Gladbach, Bremen und Hannover als auch Vereine aus dem unteren Bereich der Tabelle wie Freiburg, Hamburger SV, Kaiserslautern hatten noch nicht umgestellt.

Der Rest der Clubs hatte bereits den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Mit Ablauf des vergangenen Freitags sind nun alle Profile umgestellt worden.

Auch wenn sie den Dortmundern in der Tabelle momentan den Vortritt lassen müssen, bei Facebook gibt der Klassenprimus FC Bayern (knapp 3,3 Mio. Fans) den Ton an. Die Seite besticht durch ein tagesaktuelles Community-Management und die Einbindung sämtlicher neuer Features der Timeline. Sowohl Milestones als auch Starposts finden sich wieder. Zudem bewirbt der Verein durch sein ständig wechselndes Coverfoto jeweils das nächste Spiel, die Vereinshistorie oder tagesaktuelle Neuigkeiten und liefert auch so einen Mehrwert für die Fans.

Aus dem unteren Tabellenfeld macht besonders der 1. FC Köln auf sich aufmerksam. Die Domstädter, in der Liga mitten im Abstiegskampf, überzeugen auf Facebook durch die gelungene Integration des eigenen Twitterkanals als Dialogmedium und das Einsetzen von aktuellen Bildern und Videos als Starposts.

Milestones und Starposts – Tabellenspitze führt

Von den 18 Vereinen der ersten Bundesliga nutzt momentan bereits die Hälfte die Möglichkeit Starposts einzubinden. Dadurch werden bei den Vereinen meist tagesaktuelle Ereignisse mit Bild/Video dokumentiert und dargestellt. Ungleich mehr (13 Vereine) benutzen bereits das Werkzeug der Milestone-Posts und haben es so geschafft, die eigene Vereinshistorie bebildert und heroisch nachzuerzählen. Gerade dieses neue Feature der Facebook-Timeline bietet den Vereinen ein Füllhorn an Möglichkeiten, ihren eigenen Charakter anhand ihrer Tradition und Erfolge herauszuarbeiten.

Kurioses: Der Tabellenführer Dortmund (1 Mio. Fans) hat sich anscheinend gegen die Verwendung der Milestones entschieden und bietet den Fans eine eigene App mit den „Erfolgen“ der Borussia an. Ob es zudem noch Milestone-Posts geben wird, bleibt abzuwarten.

Jubel, Fans und Babbel

Genau so interessant wie die Nutzung der neuen Features ist die Gestaltung der neuen Coverfotos. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und die Vereine können ihrer Identität Ausdruck verleihen.
Umso ernüchternder fällt hier das Fazit aus. Bei der Betrachtung der neuen Coverfotos der Vereine ergibt sich eine Sammlung an euphorisch wirkenden Männern, die wahlweise alleine, hintereinander oder nebeneinander schreien und jubeln.
Neben der alten Dame Hertha BSC bestechen zudem Kaiserlautern, Freiburg und Bremen durch Fotos von den jeweiligen Fankurven, gelungenen Fanchoreografien oder Stadionatmosphäre. Hertha fällt jedoch gleichzeitig durch nicht funktionierende Apps durch unseren Facebook-Test.

Verstörend wirkt ein allein vor einer Sponsorenwand sitzender Markus Babbel auf der Hoffenheimer Seite. Hier hätte man durch ein emotionaleres Foto wesentlich mehr Ausstrahlungskraft erzielen können.

 

 

 

Rechtliches am Rand
Eine interessante Randnotiz beim Wechsel zum neuen Design ist, dass sich die Anzahl der Vereine mit einem notwendigen Impressumstab von drei (!) Vereinen letzten Donnerstag auf immerhin schon sieben Vereine am Montag gesteigert hat.

Schlussphase:

Zwar richten sich die Vereine immer besser in ihrem neuen „Gewand“ ein, jedoch bleibt weiterhin Potential zur Verbesserung der Kommunikation mit den Fans. Mit Bremen, Stuttgart und dem Tabellen-Schlusslicht aus Kaiserslautern sind es bislang lediglich drei Vereine, die alle neuen Möglichkeiten der Timeline nutzen bzw. erfüllen. Jedoch auch hier bleibt noch Spielraum nach oben für die Vereine. Mit Hilfe von kreativen Coverfotos etc. kann ein noch originellerer Facebook-Auftritt generiert werden.
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Bundesligisten den Umstieg auf die neue Timeline weitaus besser gemeistert haben, als den Erst-Eintritt in Facebook.
Werden die Fans nun noch mit aktuellen und funktionierenden Apps versorgt, kann die Geschichte Bundesliga – Facebook-Timeline zu einer Erfolgsstory werden.

Über den Autor:

Patrik Hülsmann ist Intern im Bereich Social-Media-Management bei Brandzeichen.

Sie können ihn unter anderem auf Xingtreffen.

 

 

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