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logo1„Was einmal im Netz ist, verschwindet nie wieder!“ Diese Weisheit kennen wir alle, aber was passiert mit meinen Daten wenn es so weit ist, dass man die Online- und Offlinewelt verlässt? Die meisten User machen sich darüber keine ernsthaften Gedanken und auch eine Sammlung an aktuellen Passwörtern wird man in den wenigsten Testamenten finden. Wie also umgehen mit diesem naturgemäß auftretenden Problem? In unserem heutigen Blogbeitrag stellen wir euch kurz vor, wie es Google zukünftig ermöglicht, seine Konten nach seinem Ableben in zuverlässige Hände zu geben.

Im Netz gibt es inzwischen eine Vielzahl von Unternehmen, die sich dem „digitalen Erbe“ gewidmet haben. Wir häufen täglich digitalen Content an, sei es durch Bestellungen, durch Einträge in Foren oder durch die reine Aktivität in sozialen Netzwerken.

Auch auf Seiten der großen Social-Networks hat man sich Gedanken zu dieser Thematik gemacht. Kein Wunder also, dass sich in den USA bereits „digitale Bestatter“, also Anbieter, die sich um die digitale Beisetzung kümmern, etablieren konnten.

Facebook setzt auf Kontrolle durch Freunde

Auch der Branchenprimus Facebook hat sich schon mit diesem Thema auseinander gesetzt. Bei knapp einer Milliarde Fans weltweit ergibt sich für Facebook naturgemäß ein Problem mit verstorbenen Nutzern. Facebook setzt beim Umgang mit dieser Problematik auf die Hilfe der Freunde und Familienangehörigen des Verstorbenen. Diese sollen Facebook entsprechende Profile melden. Danach leitet Facebook weitere Schritte ein und versetzt das Profil in einen Gedenkzustand“. Das bedeutet, dass das Profil keine neuen Freunde annehmen kann und eine Anmeldung unter dem Nutzernamen nicht mehr möglich ist. Die vom verstorbenen Nutzer geteilten Inhalte (z. B. Fotos, Beiträge etc.) bleiben auf Facebook jedoch verfügbar und sind für die Freunde, mit denen sie geteilt wurden, weiterhin sichtbar. Abhilfe schafft in diesem Fall nur die komplette Löschung des Profils, welche von nahen Angehörigen beantragt werden muss und meist einige Zeit in Anspruch nimmt. Eine Übernahme des Profils ist aus Gründen der Privatsphäre nicht möglich.

Bei Google bestimmt man selber über seinen Nachlass

Google Kontoinaktivität-Manager Bei Google ist man jetzt schon ein Schritt weiter. Ab sofort ist es möglich, dass der User selber über seinen digitalen Nachlass und somit über die Nutzung seiner Daten entscheiden kann. Der Google Kontoinaktivität-Manager gibt jedem User nun die Möglichkeit, vorab zu bestimmen, was mit dem eigenen Konto nach dem Tod passiert. Man legt dabei fest, wie lange man inaktiv sein muss, damit die eingestellten Maßnahmen greifen und was in diesem Fall geschehen soll.

Dabei misst Google den „Mortalitätsgrad“ des Users anhand seiner Inaktivität bei den Google Diensten. Der Nutzer hat nun die Möglichkeit einzustellen, ab welchem Zeitraum ihn Google für „inaktiv“ erachtet.

Die Aktivität der User wird dabei wie folgt festgestellt:

„Anhand verschiedener Anzeichen sehen wir, ob Sie Ihr Google-Konto noch nutzen. Dazu gehören Ihre letzten Anmeldungen, Ihr Webprotokoll, wie oft Sie Gmail (bzw. die Gmail App auf Ihrem Telefon) nutzen und sich auf Ihren Android-Geräten anmelden.“

Die Einstellungen im Kontoinaktivitäts-Manager umfassen dabei:

  • die Wartefrist
  • die Personen, welche eine Benachrichtigung (E-Mail und SMS) erhalten
  • die Daten, die mit den eingetragenen Personen geteilt werden

Daten - KopieAktiviert sich nun der Google Kontoinaktivitäts-Manager durch die vorher eingestellte Wartezeit, so benachrichtigt Google automatisch die vom Nutzer vorher benannten Personen. Diese erhalten danach, je nach Einstellung des Users, verschiedene Rechte zur Bearbeitung und/oder zum Löschen des Kontos. So kann der User bereits heute festlegen, wer nach seinem Tod Zugriff auf seine Daten erhält.

Aber was ist, wenn man niemanden hat, der sein Konto „abwickeln“ soll? Kein Problem. Es gibt zudem die Möglichkeit, sein Konto bei Inaktivität automatisch komplett zu löschen.

Nachlass auch digital regeln

Wir finden, dass es im Zeitalter des Mitmach-Internets, immer wichtiger wird, sich auch mit so sensiblen Themen, wie dem (digitalen) Leben nach dem Tod zu beschäftigen. Egal, ob Google, Facebook oder ein externer Dienstleister, egal ob selbst eingestellt oder mit Hilfe der Freunde, es ist schön zu sehen, dass sich die Internetdienstleister inzwischen um das Problem von „toten Userkonten“ kümmern. Gleichzeitig sollte jedoch auch jeder User Vorkehrungen treffen, indem er festhält, bei welchen Internetanbietern er über aktive Konten verfügt und sei es nur anhand eines Zettels mit Passwörtern für die engsten Hinterbliebenen. Diese erhalten so die Möglichkeiten, das Konten zu löschen, zu sperren oder zu deaktivieren.

Wer seinen persönlichen Nachlass direkt bei Google regeln möchte, kann sich hier seinen Inaktivitäts-Manager einrichten.

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