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Graphic: tutsi

Nachdem Facebook seinen mobilen Auftritt und seine Mobile-Apps lange Zeit vernachlässigt hat, arbeitet der Branchen-Primus gerade mit Hochtouren an dieser Sparte. Daher ging auch die Meldung durch alle Medien, dass Zuckerbergs Unternehmen nach Instagram nun angeblich am nächsten Konkurrenten im Mobile-Bereich interessiert ist: WhatsApp.

Nach dem Kauf der Photo-App Instagram im April dieses Jahres, ist Facebook laut Medienberichten kurz davor einen weiteren namhaften Konkurrenten zu schlucken. Der Kauf der Messenger-App WhatsApp hätte dabei für Marc Zuckerberg gleich mehrere Vorteile. Neben dem grundlegenden Einstieg in den Markt der Messenger und dem mit dem Kauf erworbenen Know-how, würde Facebook sich außerdem eines Hauptkonkurrenten (WhatsApp-Nutzer, Stand Dez.‘12: 100 Millionen) entledigen.

Eine mögliche Eingliederung von WhatsApp in Facebook hat jedoch einige Stolpersteine vor sich, welche eine gemeinsame Zukunft noch verhindern könnten.
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Firmen dürfte das jeweilige Geschäftsmodell sein. Im Gegensatz zu Facebook, welches auf Profit durch Werbung setzt, generiert WhatsApp seinen Umsatz allein durch den Vertrieb der kostenpflichtigen App. Einer Verwendung von Nutzerdaten für werbliche Zwecke o.ä. schiebt WhatsApp bereits auf seiner Homepage einen Riegel vor:

 

 Your data isn’t even in the picture. We are simply not interested in any of it.
When people ask us why we charge for WhatsApp, we say “Have you considered the alternative?”[1]

 Diese Alternative wäre ein auf Werbung und dem gewerblichen Handel mit Nutzerdaten basierendes Geschäftsmodell…Facebook!

Ein anderer Grund, weshalb ein Kauf des Messengers durch Facebook nicht zustande kommen könnte ist der Versuch von Facebook sein hauseigenes Chat-Programm zu pushen und so Marktanteile zu generieren. Demnach plant Facebook bei kommenden Updates seines Facebook-Messengers auf den Kontozwang zu verzichten. In Folge dessen werden auch Nichtmitglieder unter Eingabe eines Nutzernamens und der eigenen Telefonnummer den Messenger nutzen können.
Mit diesem Schritt öffnet sich Facebook über eine Hintertür also auch den Facebook-Verweigerern. Ob diese Nutzer fortan den Messenger nutzen, bleibt zu bezweifeln. Zu groß könnte der Vorbehalt bezüglich der Datenkrake Facebook sein.
Sollte der Wurf jedoch gelingen und Facebook mit diesem Schritt seine Bedeutung im Markt verbessern hat sich die Imitation von WhatsApp-Funktionen gelohnt.

Ein Grund für den Umstieg von WhatsApp auf einen anderen Messenger hat WhatsApp selbst gegeben, indem es mitteilen ließ, fortan von seinen Android-Nutzern eine Jahresgebühr in Höhe von 0,99$ kassieren zu wollen. Viele Nutzer schreckt dieses „Abo“ ab, zudem es nach bisheriger Wissenslage nur die Android-Nutzer betreffen soll. Iphone-Besitzer müssen nur einmal beim Kauf zahlen.

Eine Gefahr durch das Mitmischen anderer Nachrichten-Dienstleister wie Vibe oder Hike ist momentan in Deutschland noch nicht gegeben, zu klein ist deren jeweilige Nutzerzahl.

In dieser Hinsicht muss sich der Messenger-Nutzer also entscheiden, zwischen Sicherheit und gleichzeitiger Auslieferung aller Daten an Facebook und dem Sicherheitsrisikobehafteten WhatsApp. (Welches jedoch wenigstens nicht selber die Daten verwendet.)

 


[1] http://blog.whatsapp.com/index.php/2012/06/why-we-dont-sell-ads/

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