Brandzeichen Blog

Brandzeichen bei der re:publica, das heißt drei 2014-05-06 12.14.21Tage neue Eindrücke, jede Menge Diskussionsstoff und Treffen mit bekannten und neuen Gesichtern. Die re:publica war wie immer am Puls der (digitalen) Zeit. Bereits seit der ersten Veranstaltung 2007 zählt sie zu den weltweit wichtigsten Events rund um Web 2.0, Blogs und Social Media. Seitdem ist sie Jahr für Jahr gewachsen, ist professioneller und internationaler geworden. 2014 zählte sie mehr als 6.000 Besucher und rund 350 Veranstaltungen.

Was sich außerdem in diesem Jahr geändert hat? Dank der NSA-Affäre war die re:publica noch politischer als in den vergangenen Jahren. Der Tonfall ist merklich ernster und appellativer geworden. Wie ein roter Faden zog sich das Thema Überwachung durch viele der Vorträge und Veranstaltungen. Ob nun Netzaktivist Markus Beckedahl Asyl für Edward Snowden forderte, David Hasselhoff für digitale Freiheit sang oder im Rahmen der Veranstaltung „Google Nest: Your data, our future” die angeblichen neuen Google-Produkte „Google Trust“ (eine Versicherung, die zahlt, wenn private Daten gestohlen werden) oder „Google Bee“ (eine Drohne, die z.B. das persönliche Umfeld überwacht und alles live nach Hause streamt) angepriesen wurden.

Blogger, Journalisten, PR-Schaffende – eine komplizierte Beziehung

Brandzeichen auf der republicaDoch es gab auch andere Töne: So wurde viel über den Einfluss von Bloggern und Vloggern auf andere Bereiche der Gesellschaft gesprochen.

Mit Blick auf die klassischen Medien wurden die gegenseitige Einflussnahme von Medien und Bloggern und die damit einhergehende wachsende Verantwortung der Blogger als Vorbilder diskutiert.

Im Bereich PR herrschte natürlich besonders das Thema Blogger Relations vor. Wie geht man als Agentur oder Unternehmen damit um, dass manche Blogger bekannte, öffentliche Personen werden? Wie arbeitet man generell mit Multiplikatoren, die nicht von einem Medienhaus bezahlt werden, sondern sich direkt über ihre Beiträge finanzieren müssen? Wie bleibt man dabei transparent und unabhängig? Was können beide Parteien voneinander erwarten? Und wie misst man hier Erfolg oder Misserfolg?

Dauerbrenner mit Zukunft: Recht und Werbung

Ein großes Thema war wie immer das Social-Media-Recht. Neben Klassikern wie Urheberrecht, Creative Commons-Lizenzen, Bildrechten, Impressumspflicht und Datenschutz war dieses Mal die Schleichwerbung ein wichtiger Agendapunkt. Die Experten waren sich einig, dass hier in den nächsten Jahren noch sehr viel passieren wird, da die Grenzen zwischen owned, paid und earned Content zunehmend verschwimmen.

Online-Werbung wurde generell kontrovers diskutiert. Während die einen ihre exakte Messbarkeit loben, sehen andere gerade darin auch den Fluch der Online-Werbung. Diese sei so günstig, weil im Internet mehr als in allen anderen Medien sichtbar wird, dass Werbung bei den meisten Menschen nicht beliebt ist und ihr Konsum daher wenn möglich vermieden wird. Durch die niedrigen Investitionsschwellen erscheint zudem viel schlechte Werbung, die das System als Ganzes sowohl für Rezipienten als auch für Werbetreibende unattraktiver macht.

Was hat uns die re:publica gezeigt?

republica Tag 1

Auch in diesem Jahr zeigte die re:publica viele wichtige digitale, aber auch gesamtgesellschaftliche Themen auf. Nach wie vor bleibt der Eindruck, dass die einzige Konstante die Veränderung ist und die Gesellschaft hier nur selten Schritt halten kann. Die große Frage bleibt, wie man mit dem technologischen Fortschritt umgeht und Handlungssicherheit herstellt. Denn dieser schafft Alltagssituationen, die rechtlich und gesellschaftlich nicht definiert sind. Vor diesem Hintergrund scheint das diesjährige Motto „Into the Wild“ mehr als passend. Die re:publica fand zwar keine allgemeingültigen Geheimrezepte, wie man sich in dieser sich ständig weiterentwickelten Wildnis zurecht findet. Aber sie setzte wie immer wichtige Impulse, regte zum Mit- und Nachdenken an und forderte speziell uns Kommunikationsprofis auf permanent nach den aktuell besten Lösungen zu suchen und dabei flexibel und anpassungsfähig zu bleiben.

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