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Kaum eine Neuerung von Facebook hat die Unternehmen, Agenturen und User so beschäftigt wie die Umstellung der alten Profile hin zur Timeline. Bereits im Vorfeld der Umstellung wurde eine Menge über die Auswirkungen des neuen Designs, der neuen Tab-Anzeige, der neuen Funktionen usw. auf die Fanzahlen oder User-Interaktion spekuliert. Auch wir hatten bereits im Vorfeld mehrfach darüberberichtet. Nach zwei Monaten mit der Timeline wollen wir euch unsere Erfahrungen mit den von uns betreuten Accounts nicht vorenthalten.*

Kaum merkliches Wachstum durch die neue Timeline

 

Bei der Beobachtung der verschiedenen Seiten und ihrer Entwicklungen nach dem ersten April konnten wir kaum relevante und markenübergreifend einheitliche Veränderungen feststellen. Sowohl die Anzahl der neuen Fans, als auch deren Nutzerverhalten waren gleichbleibend.

Unsere erste These, dass die neue Darstellung der Posts – und vor allem der Starposts- zu einem deutlichen Wachstum der Interaktionen führt, konnte nicht bestätigt werden. Zwar konnte bei der Auswertung der durchschnittlichen Anzahl von Likes, Comments und Shares der einzelnen Beiträge ein leicht positiver Trend festgestellt werden, jedoch kann diese Veränderung auch durch optimierte Ergebnisse im Community-Management oder äußere Faktoren wie die Edge-Rank-Positionierung herbeigeführt worden sein.

Auch bei der genaueren Betrachtung der Starposts lässt sich keine deutliche Steigerung der Klickrate oder der Interaktionsrate erkennen. Da Starposts meist mit besonders interessantem Inhalt „gefüllt“ werden, ist eine höhere Interaktionsrate durch Kommentare, Shares oder Likes daher nicht zweifelsfrei auf die neue Timeline zurückzuführen.

 

Kaum Änderungen im Nutzerverhalten – Viralität steigt

 

Die virale Reichweite ist in Folge der Umstellung gestiegen. Die Größenspanne lag bei uns zwischen kaum wahrzunehmenden +1 Prozent und mehr als 100 Prozent. Die organische Reichweite hat sich indes kaum verändert. (±0)

Im Bereich der Tabs kann, wie zu erwarten war eine Verschlechterung der Aufrufzahlen der „versteckten“ Tabs nachvollzogen werden. Jedoch hält sich auch diese Veränderung in einem geringen Rahmen, welcher im Vorhinein als weitaus größer eingeschätzt wurde. Interessant hierbei ist, dass „versteckte“ interaktive Apps weiterhin gut geklickt werden, während hingegen reine Informations-Tabs, die ebenfalls ausgeblendet sind, stark an Views einbüßen.

Bei den Cover-Fotos konnte keine Steigerung der Klick-Rate festgestellt werden. Auch wurde kein Anstieg der Userzahlen durch die Timeline-Umstellung wahrgenommen. Da das Coverfoto jedoch eine rein visuelle Funktion hat, konnten wir nicht nachprüfen, inwiefern sich dieses neue Feature auf die emotionale Ausgangslage der User auswirkt. Eine aufschlussgebende Untersuchung könnte in diesem Fall mit Hilfe einer Eye-Tracking-Analyse durchgeführt werden. Durch die damit erzielten Ergebnisse könnte eine veränderte Wahrnehmung des Profils durch den User belegt werden.

Unsere Betrachtung der Pin-Posts zeigt, dass weder die Klickrate, noch die Interaktionsrate einen signifikant positiven Ausschlag verzeichnen konnten. Gerade bei der Nutzung von Ads, Raffles o.ä. sollte diese Art von Posts jedoch in Betracht gezogen werden, um dem User auf den ersten Blick die Highlights der Page aufzuzeigen.

Bei den User-Beiträgen auf der Wall ergibt sich entgegen der Erwartungen eine gleichbleibende Interaktion der User mit der Marke. Trotz der Tatsache, dass die Beiträge nicht mehr vergleichbar prominent auf der Wall angezeigt werden, nutzt weiterhin eine Vielzahl von Usern dieses Feature, um direkt mit der Marke in Kontakt zu treten oder interessante Inhalte zu posten.

 

Unser Fazit

 

Die Sorge vor einbrechenden Like-Zahlen, vor dem Ausbleiben neuer Fans oder dem Nichterreichen der User konnte widerlegt werden. Andererseits haben wir leider auch keine Anzeichen für eine signifikante Steigung des Engagements oder der Viralität gefunden. Zwar gibt es in jedem beobachteten Parameter Ausreißer nach oben oder unten, diese sind jedoch eher auf markentypische Aktionen oder Events zurückzuführen.

Abschließend bleibt also festzuhalten: Ob und inwiefern sich eine Seite entwickelt, hängt immer noch vom Community-Management der Betreiber, dem relevanten Content und dem sinnvollen Einsatz von guten Apps, Ads und anderen Facebookfunktionen ab. Dies ändert sich auch durch ein neues Facebook-Design nicht.

 

*Eine repräsentative Studie zu diesem Thema ist faktisch unmöglich. Schwankungen durch Fanzahlen, erweitertes Community-Management, geschaltete Ads, Gewinnspiele etc. pp. verhindern eine neutrale Auswertung. Aus diesem Grund haben wir für die Auswertung und Erhebung nur Firmenprofile genutzt, welche im ausgewählten Zeitraum keine bzw. gleichbleibende Ad-Volumen laufen hatten.
 
 

Über den Autor:

Patrik Hülsmann ist Mitarbeiter im Bereich Social-Media-Management bei Brandzeichen.

Sie können ihn unter anderem auf Xing treffen.

 

 

 
 
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