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Eine Blog-Weltkarte – existiert so etwas? BELOONG Weltkarte von BlogsJetzt schon! Im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln hat Christopher Hauffe ein einzigartiges Tool namens BELOONG entwickelt, das eine interaktive Weltkarte aus Blogs und deren Key Figures darstellt. Wie das genau funktioniert, zeigt dieses Video.

Aus Unternehmenssicht ist das Tool zurzeit stark an den Bedürfnissen von Werbern ausgerichtet. Wir sind aber der Meinung, dass BELOONG auch interessante Vorteile für PR und Social Media Spezialisten und Kommunikationsagenturen bieten könnte. Um mehr über BELOONG zu erfahren, haben wir  Christopher Hauffe und Cedric Schanze, die momentan zusammen an dem Tool arbeiten, zu Brandzeichen eingeladen. Dieses spannende Interview möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Wie ist BELOONG entstanden und wie bist du auf die Idee gekommen?

Christopher Hauffe und Cedric Schanze von BELOONG bei BrandzeichenChristopher: BELOONG ist das Ergebnis meiner Bachelorarbeit an der Macromedia Hochschule in Köln. Die Idee hat sich eigentlich aus der Untersuchung von Suchmaschinen entwickelt.  Meine Anfangsidee war, Suchmaschinen und deren Darstellung von Suchergebnissen zu untersuchen und Optimierungsvorschläge  abzuleiten. Irgendwann habe ich mir aber die Frage gestellt: Wo kommen die Leute eigentlich her, die Blog-Content erstellen? Muss man unbedingt Suchmaschinenoptimierung betreiben, damit man auch gefunden wird? Und dann bin ich auf die Idee einer Weltkarte gekommen. Es gibt dieses interessante Bild „Die Welt bei Nacht“, auf dem man eine Aufnahme  der Erde aus dem Weltall sieht und Lichtpunkte darauf die Städte markieren. Dann habe ich mir überlegt, wie das aussehen würde, wenn die Punkte Blogs wären und wo die Ballungsgebiete liegen würden. BELOONG ist also mit diesem Bild gleichzusetzen.

Wie und in welchem Zeitraum hast du die Idee weiterentwickelt und wer hat dich unterstützt?

Die Ideenentwicklung verlief schrittweise und läuft schon ungefähr eineinhalb Jahre. Die Entwicklung des Tools an sich hat ca. ein dreiviertel Jahre gedauert. Ich habe mit zwei Programmierern zusammen gearbeitet, die diese Blogs eingeführt haben, damit alles ein bisschen automatischer passiert. Also, im Grunde genommen eineinhalb Jahre.

Das Tool ist sehr schnell gut angekommen. Cedric ist dann später mit eingesprungen, als ich das Tool erweitern wollte. BELOONG wurde übrigens auch für den Kölner Design Preis 2012 nominiert.

Welche Art von Informationen, BELOONG Blog Key FiguresStatistiken und Daten findet man über die Blogs auf BELOONG?

Christopher: Im Moment ist es noch ein bisschen statisch. Ziel ist es jedoch, sehr detaillierte Statistiken im Tool zur Verfügung zu stellen. Es geht also nicht nur um die Anzahl der Unique Visitors, sondern auch um deren Geschlecht, woher der Traffic kommt etc. Der Unterschied zwischen BELOONG und Tools wie Google Analytics liegt darin, dass BELOONG diese Daten öffentlich machen soll.

Für wen ist das Tool interessant?

Christopher: Unser Motto ist „Read. Write. Advertise.“ D.h., BELOONG ist gleichermaßen interessant für Blogleser, die sich für Blogs interessieren, für die Blogger selbst und für die, die auf Blogs werben möchten.

Christopher: Für die Leser zum Beispiel gibt es einen großen Unterschied zu Google. Bei Google werden die besten Suchergebnisse auf der ersten Seite aufgelistet und meistens sind diese Topseiten die, die am besten Suchmaschinenoptimierung betrieben haben. Bei unserem Tool ist es so, dass man keine Suchbegriffe eingeben muss – alles wird nach Kategorien sortiert. Für die Leser ist es dann besonders interessant, neue Blogs zu entdecken, die in der Region aufzufinden sind, in der man sich selbst befindet. Und das ist weltweit möglich.

Christopher: Für Agenturen und Unternehmen wird es beispielsweise interessant, wenn sie ein neues Produkt auf den Markt bringen. Auf BELOONG findet man in der jeweiligen Kategorie, z.B. Mode, bzw. Unterkategorie z.B. Schuhe, welche Blogger es in der Umgebung gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigen. So ist es ein Leichtes, die Blogger zu finden, die entsprechend viele Unique Visitors im Monat oder besonders viele Frauen als Leser haben und sich in einer bestimmten Region befinden.

Wie viele Blogs haben sich schon angemeldet? Aus welchen Ländern stammen die Blogs momentan?

Christopher: Ich habe sehr viele Blogs erst einmal selbst eingefügt, damit ein bisschen Inhalt auf der Seite zu sehen ist. Im Moment steht es glaube ich 50/50 – die Hälfte habe ich eingefügt und die anderen haben sich selber angemeldet. Derzeit sind es um die 50 Blogs. Die Blogs, die ich selbst ausgesucht habe, habe ich bestimmten Seiten entnommen, die Bloglisten anbieten und sich dort nach z.B.  Visitors und Kategorien filtern lassen. Ich habe meine Favoriten und Blogs ausgewählt, die hochwertig sind und viel Traffic aufweisen.

Christopher: Was die Länder angeht, ist das sehr unterschiedlich. Es haben sich schon Blogs aus z.B. England, der Ukraine und den USA angemeldet.

Auf BELOONG findet man auch ein Top 10 Ranking. Wie werden die Top Blogs genau ausgewählt?

Christopher: Momentan werden sie auf Basis der Visitorzahlen dargestellt.

Cedric: Es ist auch filterbar. Im weiteren Verlauf wird auch sichtbar sein, aus welchen Themen und Bereichen die Top 10 bestehen. Oder man könnte die Top 10 selektieren, die zum Beispiel nur weibliche Leser haben.

Christopher: Wir wollen, dass man die Blogs nach Interessen filtern kann, so dass wir den Lesern die Blogs vorstellen, die besonders interessant sind. Diese Top 10 bestehen dann nicht nur aus den Blogs, die die meisten Visitors haben, sondern sind auch nach Content sortiert.

Wie wird sich das Tool weiterentwickeln? Woran arbeitet ihr momentan?

Christopher: Momentan arbeiten wir daran, dass es ein bisschen persönlicher wird und der Blogger selbst mehr in den Fokus rückt. Das Tool hat sich bereits sehr stark weiterentwickelt, aber es muss noch automatisierter funktionieren. Es werden auch noch weitere Kategorien kommen, z.B. Mode.

Cedric: Außerdem versuchen wir das Projekt zu monetarisieren. Wir schauen natürlich, wo wir etwas verdienen können. Uns geht es aber nicht im klassischen Sinne nur um das Geld, sondern um den Coolness-Faktor, der sich in unserem Design wiederspiegelt und der weiterhin bestehen bleiben soll. Es geht eher darum, Abo-Geschäfte mit Lesern, Bloggern und Werbern zu entwickeln, also Dinge die im Hintergrund ablaufen und nicht auf BELOONG selber.

Christopher: Wir denken auch darüber nach, eine Struktur einzuführen, die das Buchen von Werbung   auf diesen Blogs ermöglicht. Man sucht sich z.B. einen Fashion-Blog aus und kann mit zwei Klicks eine Anzeige auf diesem Blog buchen, um die entsprechende Zielgruppe zu erreichen.

Cedric: BELOONG würde sich dann sozusagen zum Vermittler zwischen Bloggern und Unternehmen oder gegebenenfalls Agenturen entwickeln.

Was sind eure Zukunftserwartungen und Ziele?

Christopher: Auf jeden Fall, dass das Tool automatisiert läuft und dann wirklich Interesse weckt.

Cedric: BELOONG ist unser Baby und es macht tierisch Spaß daran zu arbeiten. Wenn wir daran zusammenarbeiten, sitzen wir schon mal bis fünf Uhr morgens und sammeln Ideen. Uns geht es nicht darum, Millionen zu verdienen, sondern das Tool zu entwickeln, daran zu wachsen und auch Erfahrung für neue Projekte zu sammeln und neue Leute kennenzulernen. So wie jetzt euch…

Zusammenfassend können wir feststellen, dass BELOONG für PR und Social Media Profis bestimmt hilfreich sein könnte. Das Tool würde es erlauben, Top Blogger in unterschiedlichen Bereichen und Regionen durch Filteroptionen zu identifizieren, sowie auch nützliche Statistiken über die Blogs zu bekommen, die momentan oft nicht vorzufinden sind. Somit könnten PR und Social Media Spezialisten genau die Blogger finden, die am besten zu der jeweiligen Kampagne oder Kooperation passen. Dies würde den oft sehr lange dauernden Prozess der Suche nach den richtigen Bloggern vereinfachen und durch die Top 10 Listen sogar automatisieren.

Was haltet ihr von BELOONG?

Christopher Hauffe hat Mediendesign – Digitale Medienproduktion an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln studiert. Momentan ist er selbstständiger Kommunikationsdesigner bei REIZDOSIS™.

Cedric Schanze hat Graphic Design an der Fachhochschule Düsseldorf studiert und ist zurzeit als Filmemacher und Fotograf selbstständig. Mehr über ihn und seine Arbeit findet ihr unter CEDRICSCHANZE.

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