Brandzeichen Blog

Pinterest ist in aller Munde – es ist zurzeit das angesagteste und am schnellsten wachsende soziale Netzwerk und auch wir haben in unserem Blog bereits über dieses (un)soziale Netzwerk berichtet. Innerhalb von nur zwei Jahren hat es Pinterest ins Ranking der weltweit am meisten besuchten Webseiten geschafft. Auch in Deutschland wächst die Plattform kontinuierlich und gewinnt so stetig an Bedeutung. Aktuell sind in Deutschland rund eine Millionen aktive Nutzer registriert; global sind es sogar 70 Millionen Nutzer. Grund genug für uns, dieses soziale Netzwerk  noch einmal einem Check zu unterziehen und es denjenigen unter euch vorzustellen, die es noch nicht kennen.

Pinterest – Was ist das?

Pinterest

 

Bei Pinterest geht es um die so genannten Pins. Dies sind Bilder, die man digital an eigendefinierte Pinnwände (Pinboards) anheften (pinnen) kann. Andere Nutzer können diese Pins anschließend teilen (repinnen), liken oder Kommentare hinterlassen. (Hier könnt ihr euch unser Brandzeichen-Pinterest-Profil anschauen, um eine bessere Übersicht zu gewinnen.) Als Pin kann dabei sowohl ein eigenes Bild von der Festplatte, als auch jedes beliebige Foto im Internet verwendet werden. So ist es möglich, Bilder einfach und schnell von jeder Internetseite auf das eigene Pinboard zu pinnen. Besonders beliebt ist das Repinnen von Bildern. Dabei werden Bilder, die bereits von anderen Usern gepinnt wurden, ähnlich der „Teilen“-Funktion bei Facebook direkt auf das eigene Pinboard übernommen.

Geschlechterverteilung

Quelle: Mashable.com

Der entscheidende Unterschied zu Bildernetzwerken wie FlickR oder dem Fotoupload bei Facebook besteht darin, dass hinter jedem gepinnten Bild der Link zu der Website hinterlegt ist, von der das Bild ursprünglich stammt. So generiert Pinterest nicht nur Traffic auf der eigenen Seite, sondern dient auch als Verbreitungstool für Bilder fremder Websites.
Pins über die Themen DIY (Do It Yourself), Wohnen, Rezepte, Tipps, Beauty, Fashion und Hobbys sind besonders beliebt. Bei Betrachtung dieser Top-Themen verwundert es nicht, dass fast 70% der Pinterest-Nutzer weiblich sind. Diese Geschlechterverteilung ist besonders für Marken, deren primäre Zielgruppe aus Frauen besteht, interessant, da sie ihre Kundinnen auf Pinterest viel effektiver und gezielter als auf anderen Plattformen erreichen können und somit Streuverluste vermeiden.

Bilder erzählen Markengeschichten

Für PR-Spezialisten bietet das Netzwerk daher eine ideale Plattform, um mit kreativen Inhalten in einer neuen und viel interaktiveren Art, als dies bislang bei den großen Netzwerken Facebook und Twitter möglich war, die eigene Zielgruppe anzusprechen. Pinterest ist durch sein Design und seine Funktionsweise stark visuell ausgerichtet ist und weist daher ein enormes Potenzial für Kommunikationsstrategien auf. Denn in der Werbung gilt auch: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Insbesondere Marken, welche ihre Kunden stark durch visuelle Reize ansprechen und so ihr Markenprofil schärfen um Absatz zu generieren, können von diesem Kommunikationskanal profitieren. Traditionell sind dies vor allem Marken aus den Bereichen Fashion und Beauty.

Bilder mit Verkaufspotential

Was Pinterest aus Markensicht jedoch am stärksten von seinen Mitbewerbern unterscheidet ist, dass Pinterest den Marken im Durchschnitt nicht nur mehr neue Kunden und mehr Umsatz als Facebook liefert, sondern, dass Pinterest auch mehr Sales als alle anderen Netzwerke generiert. Pinterest-Nutzer generieren mehr als das doppelte an Umsatz im Vergleich zu Facebook-Usern.

Dadurch wird die Plattform zum Big Player im Kreis der wichtigsten Websites für Social Commerce – insbesondere für die attraktiven Bereiche wie Fashion und Beauty.

Fans als Storyteller

Ein entscheidender Unterschied zu anderen sozialen Netzwerken ist auch, dass die Konsumenten auf Pinterest in viel größerem Umfang für das Content Engagement verantwortlich sind, als die Brands selbst. Allein in der Fashion/Retail Branche beträgt dieses Verhältnis 82% zu 18% für die Nutzer.

Genau andersrum sieht es z. B. bei den Netzwerken Facebook und Twitter aus. Hier sind es die Firmen, die vornehmlich als Sender fungieren und ihre Markeninhalte veröffentlichen und teilen währen die Nutzer als klassische Empfänger des Contents dienen.

Am Ende des Tages bedeutet dies also, dass es auf Pinterest die User sind, welche die Brand Stories generieren und verbreiten – laut dieser Infografik wird bereits 70% des gesamten Brand Engagements auf Pinterest durch die Community und nicht mehr durch die Brands erzeugt.

Welche Schlüsse lassen sich daraus für Marken und Kommunikationsagenturen ziehen?

All diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass Pinterest ein sehr effektives „Empfehlungstool“ geworden ist. Knackpunkt indes bleibt, ob der Dialog und die Kommunikation bei Pinterest wirklich im Fokus stehen. Auf diese Problematik haben wir bereits in einem vorherigen Blogartikel verwiesen.

PR-Berater stehen vor der Herausforderung, die Markenbotschaften nicht nur interessant, interaktiv und visuell zu formulieren, sondern diese auch unaufdringlich und spannend zu kommunizieren, um die Zielgruppe dazu anzuregen, die Brand Stories weiterzuerzählen, ohne dass sie sich dazu gezwungen fühlt.

Erfolgreich posten?

Wie bei jedem anderen Netzwerk ist es auch bei Pinterest unerlässlich, seine Zielgruppe zu kennen und sein Verhalten auf diese Gruppe auszurichten.

PR- und Social-Media-Spezialisten, die in der Modebranche tätig sind, wissen beispielsweise, dass:

  • sie die größte Engagementrate bei Ihrer Zielgruppe erzielen, wenn sie ihren Content freitags um 15 Uhr pinnen.
  • die Wörter: Kleid, Leder, Pink, Schuhe und Liebe die beliebtesten Schlagwörter sind.
  • Bilder, auf denen kein Gesicht zu sehen ist, um 23% häufiger geteilt werden, als Bilder mit Gesicht.
  • Pins, welche ausschließlich Kleidung, Taschen oder Schuhe zeigen, dementsprechend die Top Bilder sind.
  • Fotos, welche in Rot-Orangentönen gehalten sind, doppelt so oft, wie ihre Pendants, in Blau repinnt werden.
  • je bunter und heller die Bilder sind, desto besser kommen sie an.
  • Pinnwände und Pins Authentizität ausstrahlen sollen und den Lebensstil der Marke abbilden sollen. Dadurch bieten sie den Fans einen Mehrwert und schaffen eine dementsprechend engere Beziehung zu den Followern.

Bilder als Stolperstein

Bei einem Netzwerk, das stark auf Bilder ausgerichtet ist, spielt natürlich auch immer die Bildrechteproblematik mit. Jedes Mal, wenn ein fremdes Bild auf dem Markenprofil gepinnt oder aber auch repinnt wird, entsteht die Gefahr einer Urheberrechtsverletzung. Um Risiken zu vermeiden, sollten Nutzer deshalb immer genau aufpassen und sich vor dem Pinnen informieren, wo die entsprechenden Rechte der einzelnen Fotos liegen.
Zur Einhaltung der eigenen Bildrechte können Nutzer, mit Hilfe des eigenen Pinterest Bildrechteformulars, verlangen, dass ihre, durch andere Nutzer gepinnten Bilder, von Pinterest gelöscht werden. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Fotos direkt von der Firmenseite gepinnt wurden, ohne dass die Links zu der Quelle übernommen worden sind. Wie der Anwalt Thomas Schwenke erklärt, darf man urheberrechtlich geschützte Inhalte nur mit Einwilligung der Rechteinhaber teilen und trägt selbst die Haftung, wenn das entsprechende Bild eine Rechtsverletzung darstellt.

Soweit unser kleiner Ausblick in die Welt von Pinterest. Was denkt ihr über das Netzwerk? Was haltet ihr von dem rasanten Aufstieg und was für eine Rolle kann Pinterest für Marken spielen?

Veröffentlicht unter Blog | 2 Kommentare
2 Antworten auf Pinnen oder Nichtpinnen, das ist hier die Frage
  1. Alexander Nauen sagt:

    Schöne Zusammenfassung!
    Aber unter der Überschrift “Erfolgreich Posten?” hat sich beim dritten Bulletpoint ein logischer Fehler eingeschlichen… ;-)

    • brandzeichen sagt:

      Hallo Alexander,
      vielen Dank für dein Lob zu unserem Artikel.

      Du hast natürlich vollkommen Recht! Es muss heißen: “Bilder, auf denen kein Gesicht zu sehen ist, um 23% häufiger geteilt werden, als Bilder ohne mit Gesicht.” Wir haben den Abschnitt bereits entsprechend geändert. Vielen Dank für diesen Hinweis.

      Liebe Grüße,
      dein Brandzeichen-Team

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