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Brandzeichen Logo_ 150pxSeit einiger Zeit stoßen wir vermehrt auf den Begriff „Native Advertising“ (auf Deutsch „native Werbung“). Dieses Thema ist derzeit in den USA und Großbritannien stark angesagt und man kann davon ausgehen, dass dieser Hype bald auch den deutschen Raum erreichen und einnehmen wird. Deswegen haben wir uns entschieden, uns genauer mit diesem Schlagwort und dem, was dahinter steckt zu beschäftigen.

Was ist Native Advertising

Laut dieser Infografik ist Native Advertising:

„branded content that is designed to appeal to users on the platform on which they are engaging with.”

Ähnlich definiert die Infografik von mashable.com den Begriff wie folgt:

“Native advertising integrates high-quality content into the organic experience of a given platform. As a form of content native advertising does not interrupt flow and is equal with user interaction.”

Das bedeutet, dass es hier nicht um traditionelle online Werbung in Form von Bannern, Pop-Ups oder Anzeigen in der Seitenleiste geht. Diese traditionelle Form der Werbung wird von den Nutzern überwiegend ignoriert und/oder als störend wahrgenommen.
Native Advertising dagegen ist Werbung, die sich als natürliches Element in den Content der sie umgibt integriert. Der Lesefluss wird nicht unterbrochen und die Werbung erscheint unauffällig, da die Inhalte stimmig in den jeweiligen Webseiten eingebunden sind.

Der so eingespielte Content kann dabei

(c) Native Advertising in Context“-Infografik

(c) Native Advertising in Context“-Infografik

u.a. Musik, Videos, Bilder und Grafiken umfassen und wird meistens über Social Media Kanäle in Form von z. B. Sponsored Stories auf Facebook, Promoted Tweets auf Twitter, Promoted Posts auf Tumblr etc. verbreitet. Durch native Werbung möchten Unternehmen ihre Angebote und Produkte mit einer neuen Form von gezielten und dialogorientieren Endorsements bekannt und beliebt machen. Der Vorteil besteht dabei darin, dass der Nutzer diese Art der Werbung als „native“ (sprich „natürlich“) empfindet, im Gegensatz zur traditionellen (und oft störenden) top-down Werbebotschaft.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass es bei Native Advertising darum geht, nützliche und interaktive Inhalte zu erzeugen, bei denen die “User Experience” die primäre Rolle spielt. Auf diesem Weg soll vor allem das Vertrauen in die Marke gestärkt werden.

Der Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung von Inhalten – Hört sich an wie Content Marketing, oder?

Promoted tweets exampleWie bereits erwähnt, ist Native Advertising darauf ausgerichtet, Markenbotschaften so zu formulieren und zu kommunizieren, dass die Konsumenten nicht merken, dass es sich eigentlich um Werbung handelt. Dadurch lassen sich die relevanten Zielgruppen effektiver erreichen. Inhalte, die nahtlos in die entsprechende Webseite oder sozialen Netzwerke integriert sind, sehen dabei eher nach redaktionellen Inhalten aus und ähneln somit dem klassischen Advertorial in Zeitschriften.

Die erste Infografik erklärt weiterhin, dass die Schaffung einer positiven dreiseitigen Beziehung zwischen dem Werbenden, dem Publisher und dem Endverbraucher das Hauptziel von Native Advertising ist.

Nun stellt sich im Allgemeinen jedoch die Frage: Ist der Aufbau von Beziehungen das primäre Ziel von PR oder ist es inzwischen auch ein Ziel von Werbung geworden?

Schaut man sich die Definitionen der beiden Disziplinen an, so erkennt man, dass Werbung im traditionellen Sinne der Verkaufsförderung dient, während PR sich um den Beziehungsaufbau mit Medien, Konsumenten und anderen Anspruchsgruppen kümmert. Bei PR geht es schon immer um die gezielte Kommunikation mit den „Unternehmensstakeholdern“. Dies ist mit der Erstellung und effektiven Verbreitung von unterschiedlichen Inhalten wie Pressemitteilungen oder Social Media Content stark verbunden.

Native Advertising als Zeichen eines Wandels?!

Wie wir schon in einem vorherigen Beitrag erklärt haben, bewegen sich PR-Berater „Tag für Tag im markenspezifischen Wording und sind geübt darin, Inhalte spannend und anschaulich, zielgruppengerecht und kanalspezifisch in Text- und Bildmaterial aufzubereiten – kurzum: einfach und einheitlich.“ PR-Spezialisten haben also die Erfahrung und die Fähigkeiten, Inhalte für unterschiedliche Kommunikationszwecke (auch über Social Media) zu gestalten und zu fördern.

Der Native-Advertising-Hype kann vielleicht ein Zeichen dafür sein, wie sich die Welt von der Zwei-Wege-Kommunikation über den Bereich Social Media immer weiter von ‚top-down‘ Botschaften abkehrt und sich mehr und mehr am dialogorientierten Endorsement und Engagement (dem Sinn von PR folgend) orientiert.

Abschließend stellt sich schließlich die Frage, ob Native Advertising wirklich eine neue Werbeform ist oder einfach ein anderes Wort für Content Marketing?

Oder ist Native Advertising letztendlich die digitale Version des Advertorials?

Was denkt ihr?

Foto von „Native Advertising in Context“-Infografik

Veröffentlicht unter Blog | 1 Kommentar
Eine Antwort auf Buzz-Wort „Native Advertising“: Was ist das denn?
  1. Hallo Brandzeichen,

    sehr guter Beitrag zu einem noch sehr neuen Thema! Wir beobachten den Native Ads Trend auch schon eine Weile und haben unter nativeadvertising.de ein “Radar” kreiert das spannende Kampagnen die wir Finden publiziert.

    Ich bin gespannt wie sich die Bewegung weiter entwickelt.

    VG,
    Marcel

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